Ewige Blumen der Eitelkeit

Das Wort Eitelkeit stammt ursprünglich aus der mittelhochdeutschen „ītelkeit “, was soviel bedeutete wie „Leerheit“ oder „Nichtigkeit“.

In der Kunst auch mit dem Begriff „Vanity“ verknüpft, bezeichnet es Stillleben, die die Bestandslosigkeit und Vergänglichkeit allen menschlichen Treibens thematisiert (Totenköpfe, Kerzen, Uhren, welkende Blumen, das halbleere Glas und andere Elemente der Todesymbolik)

Meine Kindheitserinnerungen an Friedhöfe waren Orte, an denen man Vergänglichkeit sehen und meistens sogar riechen konnte: überall lagen, standen oder hingen verwelkte Blumen, über die sich tausende von Spatzen und Wespen von schreckenerregender Größe hermachten.

Bei meinem neuerlichen Besuch in Huelvas Hauptfriedhof habe ich mit Bedauern feststellen müssen, dass das nicht mehr der Fall ist: Die Blumen sind ausnahmslos aus Plastik. Sie werden z.T. in die Nischen mit einbetoniert.

Sie riechen nicht. Nach 30 oder 40 Jahren sind sie lediglich etwas ausgeblichen.

Ihrer Vergänglichkeit nun beraubt, schmücken sie die Verblichenen noch lange nachdem diese verschwunden und vergessen sind, und vielleicht noch seine Nachfolger in der Nische.

Von den Vögeln keine Spur. Nicht einmal mehr von jenen schreckenerregenden Wespen.

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Es ist Kunst! Nimm dir Zeit!